Psychologie

INFORMATIONEN ZUM FACH - REGIERUNGSPRÄSIDIUM STUTTGART

Allgemeine Informationen zum Fach

Die Psychologie ist eine relativ junge Wissenschaft, die aus der Biologie und Philosophie heraus entstanden ist. Ihre Anfänge reichen in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Fragen, mit denen sich die Psychologie beschäftigt, sind so alt wie die Menschheitsgeschichte, ist doch der Mensch sowohl Gegenstand der Forschung als auch Forscher und damit zugleich Subjekt und Objekt dieser Wissenschaft.

Damit wird deutlich: Die Psychologie als Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen ist eine Wissenschaft, die uns angeht wie kaum eine andere….

Auch im Alltag versuchen wir Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erklären. Dabei greifen wir auf die sogenannte Alltagspsychologie zurück, subjektive Erklärungsmuster, die dem gesunden Menschenverstand oder aber auch Vorurteilen entstammen. Es kann vorkommen, dass alltagspsychologische und wissenschaftliche Aussagen übereinstimmen. Für die wissenschaftliche Psychologie jedoch, um die es im Psychologieunterricht geht, gelten bestimmte Kriterien.

Wissenschaftliche Aussagen müssen 

  • allgemein gültig sein, d. h. sie müssen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die in der Aussage angegebenen Personen bzw. -gruppen zutreffen,
  • überprüfbar sein, d. h. die Aussagen und die Art und Weise, wie sie gewonnen wurden, müssen nachvollziehbar und wiederholbar sein,
  • objektiv sein, d. h. verschiedene Forscher müssen beim gleichen Sachverhalt unter gleichen Bedingungen das gleiche Ergebnis erzielen,
  • nach wissenschaftlichen Methoden gewonnen (z. B. durch Experimente, Tests, Befragungen einer repräsentativen Anzahl von Menschen) und systematisiert werden.

Aufgabe der wissenschaftlichen Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und ggf. zu verändern.

Das Fach Psychologie ist in Baden-Württemberg eines der Fächer des Wahlbereichs in der Kursstufe und wird zwei Halbjahre entweder in Jahrgangsstufe 1 oder 2 unterrichtet: Die vier Themenbereiche des Bildungsplans sind:

  • Psychologie als Wissenschaft
  • Entwicklung der Persönlichkeit
  • Kognition und Emotion
  • Der Mensch im sozialen Umfeld

An den Universitäten Heidelberg und Tübingen kann Psychologie im Lehramtsstudiengang als Beifach studiert werden. An den Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung gibt es keine Ausbildungskurse für das Unterrichtsfach Psychologie. Somit kann in Baden-Württemberg kein 2. Staatsexamen im Fach Psychologie abgelegt werden.

Die Erteilung der Unterrichtserlaubnis für das Fach Psychologie ist eine Einzelfallentscheidung. Im RPS wird die Unterrichtserlaubnis grundsätzlich nur an Kolleg/innen erteilt, die mit der Laufbahnbefähigung die Befähigung zum Unterrichten anderer Fächer erworben haben und in diesen Fächern Erfahrung im Unterrichten in der Oberstufe haben. Darüber hinaus wird ein Nachweis der fachlichen Qualifikation durch ein Studium oder Teilstudium in Psychologie oder Pädagogik oder eine nachweisbare Beschäftigung mit den entsprechenden fachwissenschaftlichen Bereichen in Studium oder Beruf erwartet.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Regierungspräsidiums Stuttgart unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Abt7/Ref75/Fachberater/Seiten/Psychologie.aspx

 

INFO-FLYER PSYCHOLOGIE

Informationen zum Wahlfach Psychologie finden Sie unter Downloads (Psychologie Info-Flyer).

 

PSYCHOLOGIE ALS WAHLKURS AM FSG

PSYCHOLOGIE als Wahlkurs im Ergänzungsbereich der Kursstufe

Psychologie wird am FSG seit 1996 unterrichtet – zunächst nur von Frau Werling-Barth, seit einigen Jahren auch von Frau Schäfer und Frau Richter. 

Weil viele SchülerInnen „fürs Leben lernen“ wollen, ist Psy seit Jahren das beliebteste Wahlfach in der Kursstufe. Im Folgenden einige Infos zum Fach:

1. Was ist Psychologie?

  • Psychologie ist nicht ... Seelenspionage, Gläser rücken, Psycho von Hitchcock, der Kummerkasten für alle ... dunkel, bedrohlich, geheimnisvoll, allmächtig ...

Psychologie ist ... 

  • eine Wissenschaft, nämlich die vom Verhalten und Erleben des Menschen
  • allerdings eine Wissenschaft, von der wir unmittelbar betroffen sind, denn wir selbst sind Gegenstand dieser Wissenschaft
  • an unserer Schule auch ein Unterrichtsfach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld in der Oberstufe.
     

2. Was sind typische Fragestellungen der Psychologie? 

Beobachten und beschreiben: z.B.

  • Was und wie fühlen, träumen, denken, lernen, hassen Menschen?
  • Was läuft im Körper und in den Gedanken ab, wenn man Angst hat?
  • Wie geht man vor, wenn man ein Kreuzworträtsel oder eine Denksportaufgabe löst?

Erklären und verstehen: 

  • Welche Theorien und Modelle gibt es, um psychische Phänomene zu erklären?
  • Wie entsteht ein negatives Kurs-, Gruppen-, Betriebsklima?
  • Was ist die menschliche Persönlichkeit und wodurch wird sie beeinflusst?

Vorhersagen und verändern: 

  • Wie lassen sich psychische Vorgänge beeinflussen? (Anwendung, Prävention, Intervention)
  • Welche Möglichkeiten gibt es, um Lern- und Gedächtnisleistungen zu verbessern?
  • Was sollte man bei der Auswertung von Zeugenaussagen beachten?
     

3. Was ist typisch für den Unterricht im Fach Psychologie?

Erfahrungsorientierung:

Die Abfolge Beobachtung/ Beschreibung- theoretische Erklärung - Anwendung lässt sich auch direkt auf den Unterricht übertragen. Hierbei kommt uns zugute, dass es möglich ist, zahlreiche psychische Phänomene unmittelbar erfahrbar und beobachtbar zu machen.
 

4. Warnung!! 

  • Psychologieunterricht knüpft zwar an Erfahrungswelt an, ist jedoch keine "Therapie"!
  • Die Erfahrungsorientierung bezieht sich auf allgemeine Phänomene und Gesetze.
  • Es wird nicht die Psyche einzelner Schülerinnen und Schüler durchleuchtet. Die Privatsphäre bleibt auf jeden Fall gewahrt.
     

5. Noch eine Warnung!! 

Wenn man sich die verschiedenen Sichtweisen (PARADIGMEN) aneignen möchte, muss man sich auf einen disziplinierten Umgang mit Fachbegriffen einstellen.
"Nett labern" reicht nicht aus.
 

6. Themenbereiche des Unterrichts

  • Psychologie als Wissenschaft
  • Entwicklung der Persönlichkeit
  • Kognition und Emotion
  • Der Mensch im sozialen Umfeld
     

7. Vielfalt der Methoden und Arbeitsformen 

In der Schule gehört das Fach Psychologie zum gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld.
An den Universitäten und in der Forschung ist dies nicht so. Hier wird die Psychologie je nachdem den Naturwissenschaften, den Geisteswissenschaften oder den Sozialwissenschaften zugeordnet. Diese Vielfalt schlägt sich auch in den Methoden des Faches nieder:
 

8. Eigenverantwortliches Arbeiten und Selbsttätigkeit 

Auch für die Gestaltung des Psychologieunterrichts sind die Erkenntnisse der Wissenschaft Psychologie hilfreich.
So wurde z.B. die Bedeutung der Selbsttätigkeit für das Lernen eingehend erforscht: Je intensiver man sich selbst mit einer Sache (einem Problem, einer Theorie) auseinandersetzt, desto besser behält man das Wesentliche, desto tiefer ist das Verständnis und desto einfacher ist es, das Gelernte auf neue Situationen zu übertragen. Je mehr man selbst tut, je mehr man auch handelnd mit einer Sache umgeht - im Gegensatz zum passiven Aufnehmen - desto größer ist der Lernerfolg.
 

… und noch einige Worte in eigener Sache: 

  • Psy ist oft am Spätnachmittag ...
  • Die Belastung wird in Jgst. 12 nicht geringer – Stressresistenz und nicht jeden Tag ums notenmäßige Überleben kämpfen müssen wären sinnig…
  • Bereitschaft zur KOOPERATION in jeder Hinsicht ist unabdingbare Teilnahme-Voraussetzung.
     

Ansprechpartnerin und Verantwortliche für das Fach: Marion Werling-Barth

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